Der wahrscheinlichste Grund ist der, dass man einen kombinierten Effekt von verschiedenen Faktoren bekommt:
1. Das Vakuum bewirkt, dass sich die Gewebelappen besser und effektiver anpassen. Das bedeutet eine schnellere Revaskularisation (neue Gefäßbildung) und in Folge eine bessere Wundheilung.
2. Das Material des Plastikkatheters ist deutlich gewebefreundlicher als z. B. Gummi und Latex, welche oft bei passiven Drainagen verwendet werden. Die Sekretion, die durch das Vorhandensein des Katheters in der Wunde hervorgerufen wird, ist daher geringer, wenn eine aktive statt einer passiven Drainage eingesetzt wird.
3. Mit einem aktiven System kann der Durchmesser der Katheter deutlich kleiner gehalten werden als wenn passive Drainagen verwendet werden. Eine kleinere Oberfläche des Fremdmaterials im Gewebe hat einen direkten Einfluss auf die Quantität der Sekretion rund um die Drainage und in Folge auf die Quantität des Exsudats.
4. Wenn Hochvakuumdrainagen (>300 mmHg) verwendet werden, hat sich gezeigt, dass es oft zu übermäßigen Blutungen kommt. Dies wird dadurch verursacht, dass der hohe negative Druck des Kapillarbett offen hält. Bei Bellovac/Exudrain/Abdovac horen die Gefäßblutungen früher auf (schnellere Heilung) und daher kommt es zu geringeren Blutungen (und in Folge zur geringeren Notwendigkeit von Bluttransfusionen).
Eine Fragen, die man im Zusammenhang mit passiven Drainagen stellen kann, ist: Wie korrekt ist die Mengenschätzung des Exsudats? Es ist schwierig, die Flüssigkeitsmenge in z. B. aufsaugenden Bandagen festzustellen.